VPN Probleme unter MacOS Big Sur

Fatale Sicherheitslücke erlaubt nativen Apps unsichere Verbindungen
Stand: 22. November 2020

Das neue Macintosh Betriebssystem ist Mitte November in der Version 11 erschienen und trägt den Namen Big Sur. Viele neue Features stehen für Entwicklern und Anwendern bereit und veraltete Dienste wurden teilweise entsorgt. Leider bringt das „fortschrittlichste Computer-Betriebssystem der Welt“ (Zitat Apple) auch eine fatale Sicherheitslücke für den Schutz deiner Daten mit.

VPN Verbindungen können von Apps umgangen werden

Von verschiedenen Stellen werden erste Stimmen laut, darunter auch von einem Sicherheitsexperten Namens Patrick Wardle, dass native Apps wie etwa der App Store, bestehende Firewalls und VPN Verbindungen umgehen und direkt auf das Internet zugreifen können. Für VPN Anwender ein Totalschaden, da die eigenen Bemühungen um Sicherheit und Anonymität im Netz durch die Hintertür sabotiert werden. Mehr noch, es geht auf Kosten des Vertrauens zu Apple.

„Effectively, Wardle says that previous versions of macOS allowed a firewall or VPN to be set up using the Network Kernel Extension. But this isn’t the case in Big Sur.“
thenextweb.com

Apple schafft die Network Kernel Extension ab

In den Vorgängerversionen von „Big Sur“ wurden Firefall- und VPN-Verbindungen über die Network Kernel Extension aufgebaut. Diese galt schon längst als veraltet und wurde bereits 2017 in Rente kommuniziert. Die neue Methode, mit der dieser Verbindungsaufbau stattfinden soll, ist offenbar noch nicht ausgereift.

Dass proprietäre Betriebssysteme wie Windows oder macOS freilich generell keine gute Wahl sind, wenn man Wert auf den Schutz des eigenen Datenverkehrs legt, sollte jedem Anwender bewusst sein. Hierfür ist eine Linux Distribution die eindeutig bessere Wahl. Doch für viele Anwender ist eine Windows- oder macOS-Instanz notwendig, um diverse Programme nutzen zu können. Deshalb ist essentiell, für den Schutz der Privatsphäre alle Möglichkeiten der Absicherung dieser Operating Systems auszuschöpfen und Hilfsmittel wie VPN Dienste verlässlich einsetzen zu können.

Fazit – Abwarten und Tee trinken?

Fakt ist derzeit, dass Apple mit MacOS v11.x nach Hause telefonieren darf. Ob das so bleibt und gewollt ist, dazu konnten wir keine offiziellen Aussagen finden. Wer Stand heute auf das neue MacOS vertraut, sollte sich dieser Sicherheitslücke bewusst sein. Ein Schutz der Anonymität und des Datenverkehrs unter „Big Sur“ ist derzeit leider nicht gesichert.

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